Bauernhilfe Russland
Auferstehung der freien Bauern Russlands e. V.

Was wir tun 

Der 1993 gegründete Verein „Auferstehung der freien Bauern Russlands e.V.“ unterstützt die Gründung von bäuerlichen Familienbetrieben in Russland. Dazu muss man wissen, dass es in der Sowjetunion infolge der Oktoberrevolution und der Kollektivierung der Landwirtschaft keine freien Bauern gegeben hat. Angebliche und tatsächliche freie Bauern, die sogenannten „Kulaken“, wurden Ende der 20er- und Anfang der 30er-Jahre des 20. Jahrhunderts von ihren Höfen vertrieben, umgesiedelt und physisch „liquidiert“. Ihr Eigentum wurde in die entstehenden Kollektivwirtschaften, die Kolchosen, eingebracht.

 

KURZE VORGESCHICHTE

Auch nach dem Ende der Sowjetmacht blieben Kolchose und Sowchose die vorherrschende Wirtschaftsform in der Landwirtschaft. An der schlechten Situation der Landbevölkerung änderte sich nach dem Zusammenbruch des alten Systems vorerst nichts Wesentliches. 1990 wurde es jedoch für Privatleute möglich, Land zu pachten und zu bewirtschaften. Seit 1997 ist dank verschiedener Gesetzesinitiativen auch das Privateigentum an Grund und Boden zulässig.

 

Die ersten Pächter kämpften auf relativ schwachem Posten: Die Kollektivwirtschaften traten ihnen die abgelegensten und wertlosesten Grundstücke ab. Maschinen sind teuer und für die Arbeit auf den kleinen Pachtflächen oft ungeeignet. Ein allgemein zugängliches, zuverlässiges Transportwesen, einen Landhandel für Saatgut, Geräte und Produkte gibt es nicht. Die Geldentwertung, die politische Unsicherheit, das Versagen der staatlichen und kommunalen Organe bei der Gewährleistung auch nur der einfachsten Erfordernisse an Infrastruktur und öffentlicher Sicherheit machen das Bauerndasein zu einem ungewissen Abenteuer.

 

Trotzdem halten die Bauern zäh an ihren neuen Errungenschaften fest. Sie wollen ihr Land behalten und mit eigenen Kräften bewirtschaften. Und hier genau setzt unsere Arbeit an. Unsere Unterstützung für die Bauern erfolgt sowohl durch finanzielle Hilfe als auch durch Sachspenden zum Beispiel von Kleingeräten und Werkzeugen, durch Beratung und durch die Vermittlung von Know-how. Voraussetzung für eine Unterstützung ist jedoch die Selbstverpflichtung des Bauern oder der Bäuerin, die Grundregeln des biologischen Landbaus zu beachten. Das heißt: geschlossener Kreislauf innerhalb des Hofs, keine Verwendung künstlicher Düngemittel, keine zugekauften Futtermittel, gleichmäßige Verteilung von Viehwirtschaft und Pflanzenbau.


UNSERE AUFGABE

Unser Verein finanziert seine Projekte vorwiegend durch Spendengelder, aber auch durch Sachspenden. Er ist als gemeinnützig anerkannt und erteilt über jede Spende eine steuerabzugsfähige Quittung. Jeder Förderer des Vereins wird im Rahmen der Möglichkeiten über den Fortgang der Projekte in Kenntnis gesetzt und kann sich – mit Untersützung des Vereins, wenn auch auf eigene Kosten – mit eigenen Augen über die Situation vor Ort informieren.

 

Die Mitglieder des Vereins garantieren, dass Geldtransfers und Transporte nach Russland von ihnen persönlich durchgeführt oder begleitet werden, dass die Verwendung von Geldern und der Einsatz von Geräten streng überwacht und bei eventuellem Missbrauch dem Bauern die Unterstützung sofort entzogen wird. Und dass jeder Euro, der bisher gespendet wurde und in Zukunft gespendet wird, auch als ganzer Euro die Bäuerinnen und Bauern erreicht. Alle Reise- und Transferkosten der vergangenen Jahre wurden von den Mitgliedern selbst bezahlt, ebenso wie die Telefon- und Portokosten. Das wird auch in Zukunft so bleiben.

 

Die Gründung eines Bauernhofs dauert in Russland rund zehn Jahre und kostet 50.000 bis 60.000 Euro. Seit der Vereinsgründung konnten zehn russische Bauern so weit begleitet werden, dass sie heute auf die Unterstützung des Vereins nicht mehr angewiesen sind. 15 Bauern werden derzeit vom Verein gefördert. Unterstützt wird außerdem die Landwirtschaftsschule in Weliki Nowgorod. Sie ist die einzige Fachschule für Bodenmelioration im europäischen Teil Russlands und ein wichtiger Partner vor Ort. Immer wieder finden sich unter den Studenten junge Menschen, die den Schritt in die Unabhängigkeit wagen und Bauer werden wollen.

 

 

WER SICH NOCH UMFASSENDER ÜBER UNSER PROJEKT INFORMIEREN WILL, DARF SICH GERNE DAS ZUR VERFÜGUNG GESTELLTE INFORMATIONSHEFT DOWNLOADEN:

Hilfe für die russischen Bauern
Informationen zum Projekt - Heft
RussischeBauern_InfoZumProjekt_Heft.pdf (23.02MB)
Hilfe für die russischen Bauern
Informationen zum Projekt - Heft
RussischeBauern_InfoZumProjekt_Heft.pdf (23.02MB)